4. Spieltag: 2 Heimniederlagen mit Grüßen  vom Roten Meer

Zunächst zu unseren Herren:

In den Einzeln viele gute Sachen gesehen. Auf Position zwei hat Thando wieder seine schöne, einhändige Rückhand präsentiert. Schon ein Augenschmaus, wie er den Arm fliegen lässt. Auf der Tribüne tut sich der ein oder andere beim Anfeuern mit dem Vornamen noch etwas schwer. Kleine Hilfestellung von Kurt Fürst: Denk einfach an Peter Alexanders Gassenhauer:

„Sag mir, Thando, sag mir wann, sag mir thando Quando Quando? Ich dich siegen sehen kann?“

Dieses Mal war es im Matchtiebreak soweit, schon der 4.Sieg für Thando in der Saison.

Elias Walter spielt gegen Luis Benner wie ein Schweizer Uhrwerk, der junge Frankfurter verzweifelt Schritt für Schritt an Elias‘ Konstanz. Das war zu spüren und zu hören: „Ich weiß nicht, was ich machen soll.“ Ist die freundliche Übersetzung. 

Debut gefeiert hat an Position 6 unser frischgebackener Hessenmeister Oskar Elbracht. Er spielte gegen den alten Hasen Lars Schneider. Der will Oskar von Ball 1 an den Schneid abkaufen und packt die üblichen Werkzeuge aus: nach jedem gewonnenen Punkt ein „Yes“ oder Faust zeigen und schön „GROß-Machen“, damit der Junior auf der anderen Seite versteht, dass heute nichts zu holen ist. Auch wenn alle Ballwechsel umkämpft sind, hat der Frankfurter den besseren Plan, wie er den Punkt macht. Übernimmt irgendwann im Ballwechsel die Initiative, indem er die Bälle noch früher nimmt. So geht das Match dahin, aber wir sind sehr gespannt, wie das im nächsten Jahr aussieht, insbesondere, wenn sich Oskar dann weniger mit sich als mit dem Gegner beschäftigt.

Unser Doc Maxi Braag, an Position fünf gegen einen sehr starken Hui Bu, nein, Schreibfehler, Shiro Bui, junger Spieler mit enormem Zug im Arm. Da hat unser Doktor einen Satz gebraucht, sich an die Geschwindigkeit zu gewöhnen. Dann flog Maxis Arm und nach glattem Sieg im 2. Satz machen im Matchtiebreak zwei Maxi-Bälle den Unterschied: Ein giftiger Vorhandslice, ein feines Stöppchen und schon ist der nächste Matchtiebreak im Maxi-Sack.

Alec an Position eins eine Klasse besser als Julian Penzlin. Da hat Alec unserem Publikum was geboten, ein Raunen ging durch die Reihen, wie du es lange nicht gehört hast. Cedric Drenth verliert in zwei knappen Sätzen an Position drei und so steht es 4:2 nach den Einzeln.

Sollte reichen, denkst Du Dir, hat es aber nicht. Und da müssen wir uns schon an die eigene Nase fassen. Natürlich kommt da viel zusammen. U.a. hat der Club aus dem Vorort von Offenbach in den Doppeln einen starken Spieler aus der Zweitliga Mannschaft eingewechselt. Sven Corbinais ist zwar nur gefühlte 1,50 m, aber jeder Zentimeter ist energiegeladen wie 1 m. Da fragst du dich dann schon, ob unsere Strategie im ersten Doppel mit Alec und Thando den Sack zu machen zu wollen, die richtige war. Letztlich haben zweites und drittes Doppel dann quasi über performt: Elias Walter und Cedric Drenth führen 6:4, 5:1, und haben bei 5:3 noch zwei Matchbälle. Den einen wehrt Frankfurt mit Rahmentreffer ab, der unerreichbar ins Feld springt. Ab da war quasi der Stecker gezogen und das Doppel geht im Matchtiebreak verloren. Im dritten Doppel hat Marco mit Julian Müller bei seinem ersten Einsatz den zweiten Satz noch gedreht. Aber mit dem Rückenwind von zwei bereits gewonnen Doppeln war die Horde aus dem Offenbacher Vorort nicht mehr aufzuhalten. Also viel zusammengekommen, um so ein Match noch zu verlieren.

Gleichzeitig sind unsere Damen ohne Spitzenspielerin ins Rennen gegangen. Nachdem Gina Feistel in Kitzbühl bei einem WTA 125 Turnier eine Wildcard bekommen hat, wollten wir nicht darauf bestehen, sie in der Hessenliga spielen zu lassen. So eine Wildcard kann die Basis für einen großen Sprung auf der Weltrangliste sein. Wir hoffen, dass Gina das schafft. Dann haben wir bei ihr auch einen gut. So war der Spieltag etwas für Traditionalisten: vier Mädels aus der TEC-Jugend in der Hessenliga. Alle Mädels haben das gut gemacht und sich sehr gut verkauft. Zum Sieg in den Einzeln hat es aber nicht gereicht. Die Einzige, die einen Punkt holen konnte, ist unsere Defensivkünstlerin Sthefhany aus Brasilien. Das ist schon herrlich anzusehen, wie sie mit Leidenschaft verteidigt. Mondbälle wechseln mit Vorhand- und Rückhandslice, kein Weg zu weit, kein Ball ist unerreichbar. Die Gegnerin Luise Reisel genau das Gegenteil, mächtige Schläge auf Vorhand, Rückhand und beim Aufschlag, zwischendurch denkst du dir, wenn sie ihren Grips zusammennimmt, kann sie eigentlich nicht verlieren. Doch Sthefhany schafft es in ihren Kopf, sät ihr die Angst vor dem Elfmeter ein, bis Luise irgendwann ihren Schläger zerhackt. In dieser Saison ist das jetzt die Nummer drei von 4 Gegnerinnen, die ernste Materialprobleme in den Spielen gegen Sthefhany bekommt. Zufall ist das keiner. Auch im Doppel holt Sthefhany mit Emma Ackermann noch einen Punkt und so verliert der TEC 2:7 gegen den Offenbacher Vorort Club. 

Dass deren Spieler dann ausgelassen bei uns auf der Tribüne feiern, verstehst du, wenn du den Spartenclub der Adlerträger einmal besucht hast. Da willst du auf unserer wunderschönen Terrasse die triste Spartenwirklichkeit etwas rausschieben. Wir sehen das gelassen – mal gewinnst Du, mal nicht – und warten, bis die Frankfurter Strolche – kleiner Scherz – abgereist sind,  alles wieder ruhig wird, dir Mauri ein Glas von seinem Bonfante Gaby einschenkt und wir unseren Blick über das Bölle, die friedlichen Sandplätze und den Wald am Horizont schweifen lassen können. Was für andere der Blick von der Strandbar aufs Meer, ist für uns die TEC Terrasse. Und allen, die jetzt im Urlaub den Rest der Hessenliga verpassen, schreiben wir eine Postkarte mit herzlichen Grüßen von unserem roten Meer!

Jo v. Keussler

Abteilungsleiter