Von der Seefahrt kennst du das: gerät das Schiff in Not, Kinder und Frauen zuerst, dazwischen das Gekröse und am Schluss der Capitano. Bei den TEC-Herren alles genau umgekehrt: unser Capitano Marco verschwindet mit Familie in den lang geplanten Kreta-Urlaub genau an dem Wochenende, wo es um alles geht. Jetzt hat der Titanic auch nicht geholfen, dass ihr Kapitän Sir Edward Smith bis zum Schluss an Bord geblieben ist. Vielleicht hat sich unser Capitano ja was gedacht, so nach dem Motto: das Feld zuhause ist bestellt, da kann nichts schief gehen. Erleichtert liest du dann in der Mannschafts Chatgruppe, Marco nimmt gleich die Wassergymnastik als Saisonvorbereitung 27, er glaubt eben an seine Jungs! Die kämpfen am Samstag im Palmengarten gegen die 2. Mannschaft. Quasi-Hochrisikospiel, weil gleichzeitig deren 1. Mannschaft in der 2. Bundesliga spielt und Samstag spielfrei hat. Wenn die wollten, könnten sie die halbe Mannschaft zur Verstärkung von oben runterziehen. Machen sie aber nicht. An 5 und 6 treten sie mit einigen wilden Youngstern an, die sich schwertun mit der Hessenligaluft. Dr. Maxi Braag macht eine kurze Exkursion als Augen-Facharzt und verschreibt seinem Patienten/Gegner eine Turnierbrille, (bedeutet 6:0 6:0). Jansi Vrbsky, den unser weiser Capitano vor dem Wochenende aus München zurückgeholt hat, gibt seinem Gegner einen Bagel aus, 6:0, 6:1. An Position 2 hat Thando im ersten Satz einige Chancen verpasst, im 2. Satz ist Connor van Schaltwyk nicht aufzuhalten. Dafür ringt Elias Walter seinen Gegner Max Hasenkopf im Matchtiebreak nieder und Cedric Drenth treibt seinen Teufel mit dem Belzebub aus, indem auch er endlich seinen Matchtiebreak gegen den Argentinier Alejo Vilaor gewinnt. Alec schlägt den diesjährigen Sieger des TEC Inno-Invest-Cups Filip Krolo sicher mit 6:2 6:4. Damit steht mit 5:1 der erste Sieg am Wochenende fest, den ersten Sturm hat das Team überstanden, da schmeckt das All-Inclusive Menu auf Kreta doppelt so gut. Am Ende siegen unsere Männer mit 7:2.
Bei den Damen ging es am Samstag gegen Steinbach um alles. Freitag Nachmittag noch spielte Gina in Kitzbühel beim WTA 125K USD im Viertelfinale, gewinnt sie, fehlt sie beim TEC. Nach 2:6 führt sie im 2. Satz schon 5:2, als der Schreiberling den Stream anschaltet. Von da an ist Gina scheinbar durch den bösen Blick verstört und verliert 5:7. Wir wünschen Gina in allen Turnieren, die kommen, nur das Beste und drücken alle Daumen. Nur am Freitag waren wir bei ihrer Niederlage ein bisschen erleichtert und noch etwas mehr, als ihre Mutter Magda mit Gina dann am Samstag und 9:26 Uhr, kurz von der sicherheitshalber 30 Minuten vorgezogenen Deadline- mit quietschenden Reifen auf den TEC Parkplatz einbiegt. So sind wir konkurrenzfähig gegen starke Steinbacherinnen. An Position 4 spielt unsere Ninja Wall Sthefany gegen die hochveranlagte Carina Sommer, Linkshänderin, der traust du schon zu, so ein Defensiv-Bollwerk zu knacken. Reicht aber nicht, denn Sthefany gräbt wieder alles aus, was in ihrem Feld einschlägt und kauft ihr Stück für Stück den Schneid ab. Sieg in 2 Sätzen. An Position 6 spielt Emma Ackermann einen hervorragenden ersten Satz, danach wird die Gegnerin stärker und im Matchtiebreak verliert Emma noch. Auch Charlotte verliert ihr Einzel gegen Koschinsky, letztes Jahr war das noch eine ziemliche Klatsche, dieses Mal in 2 knappen Sätzen.
An dieser Stelle ein Wort an unsere jungen Spieler und Spielerinnen, die aus dem eigenen Verein den Sprung in die HL-Mannschaften geschafft haben: Ihr spürt großen Druck in der Hessenliga und wollt nichts lieber, als einen Sieg zum Kampf gegen den Abstieg beizutragen, zum Ghostbuster zu werden. Wenn das nicht klappt und am Ende noch im Matchtiebreak scheitert, ist das ein Riesenfrust. Aber: Wir sehen mit großem Respekt, dass ihr euch dem Druck stellt, alles versucht und euch weiterentwickelt. Darauf kommt es an. Für Euch lohnt es sich, den Hessenliga-Zirkus jedes Jahr zu eröffnen, diese Bühne habt ihr euch verdient.
An 2 verliert Jana Angelovska glatt den ersten Satz. Dann spielt sie variabler, auch mal ein Stöppchen nach den langen Rallies. Schmeckt Timea Gross aus der Slowakei gar nicht und es geht in den Matchtiebreak. Nach deutlichem Rückstand holt Jana mit 11:9 den wichtigen Bigpoint. Tamara Kuti an Position 3 mit einer blitzsauberen Leistung gegen Helena Geißler, die mit einem Bagel nach Hause geht. Gina auf Platz 1 gegen die starke Chilenin Fernanda Labrana, steht seit Jahren zwischen 400 und 500 WTA. Gina war nach dem Ritt aus Kitzbühel erst um 4 Uhr im Bett. Auf dem Platz siehst du das nicht, die Vorhandpeitsche läuft, ein Spiel auf hohem Niveau, da wundert sich auch Mama Magda, wie sie das schafft. Hätte sie so am Vortrag in Kitzbühel gespielt, wer weiß? Wir wissen: beim TEC spielt Gina ohne bösen Blick, im Gegenteil: getragen von glänzenden Augen auf der Tribüne holt sie den 4. Einzelpunkt.
Unter dem Glücksbaum tüftelt Jan Gehb mit seinen Mädels eine feine Doppelaufstellung aus, die uns einen unterhaltsamen Nachmittag und 2 weitere Doppelpunkte von Gina mit Ninja Wall Sthefany und Tamara mit Jana beschert. Bedeutet: das Damenschiff von Capitano Jan Gehb in den sicheren Hafen gesteuert, Klassenerhalt geschafft, Gratulation an die Ghostbusterinnen!
So ist alles angerichtet für Sonntag, den Doppelheimspieltag.
Bei den Herren geht es am Sonntag um Alles gegen SC 80 Frankfurt. Die sind zwar Tabellenvorletzter mit wenig Chancen auf den Klassenerhalt, haben aber noch viel vor. Siehst du gleich in der ersten Runde, der Gegner von Thando, der Rumäne Rares Pieleanu mit extrem druckvollem und zwingendem Spiel. Thando verliert knapp 5:7 5:7, der Abstiegspuls leicht gestiegen, wir fragen uns, ob unser Capitano in Kreta jetzt beim Hot-Yoga den Stress abbaut. Dr. Maxi Braag an Position 6 verteilt die erste Beruhigungspille und siegt mit einem Bagel gegen Andres Alban. Wenn es sowas wie den Spieler der Saison gäbe, musst du unseren Doc oben auf die Liste setzen. Elias Walter in einem Abnutzungskampf gegen den Linkshänder Philip Stockmar, lange Ballwechsel von der Grundlinie und Kleinigkeiten machen den Unterschied. Elias holt sich das Match mit 7:6 und 6:2. Jansi Vrbsky gewinnt vor der vollständig versammelten Familie an Position 5 gegen Konstantin Kolb, ein Bigpoint. Maxi meint, Darmstadt sollte für Jansi, der jetzt für den TEC in 12 Hessenliga-Saisons aufgeschlagen hat, Weltkuturerbestatus beantragen. Wir finden, dafür bewegt er sich noch zu gut. Wir schicken stattdessen heimlich einen Gutschein an die Hotelbar in Kreta, einen alkoholfreien Sommercocktail für unseren weisen Capitano, der Jansi für dieses Wochenende renaturiert hat. Cedric Drenth nimmt an Position 3 das Selbstvertrauen vom gewonnen MTB mit und zeigt, dass er auch Satztiebreak kann: 7:6 und 7:6.
Last but not least: Alec Beckley auf Platz 1 eins gegen den Rumänen Stefan Palosi, Holy Moli, was für ein Spieler. Läuft auf den Platz und du denkst, vielleicht das Nudelessen etwas übertrieben. Dann geht das Spiel los und du siehst, alles Muskeln. Eine einhändige Rückhand, einfach wow, vor dir steht quasi Stan Wawrinka für die kleinen Leute.
Im Spiel der Damen gegen den Hessenmeister Bad Homburg spielt gleichzeitig auf Platz 2 Gina Feistel gegen die Französin Yasmine Mansouri, aktuell Weltrangliste Nummer 320, also nur kurz hinter Gina, die jetzt auf 290 steht.
Bei so einem Line-Up kannst du dich als Zuschauer auf der vollen Tribüne nicht beklagen, Eintrittfrei so ein Tennis-Spektakel geboten zu bekommen. Wie wir unsere Mitglieder kennen, werden jetzt viele, die dagewesen sind oder am Abend vorher am spontanen Grillfest mitgefeiert haben, ihrer Freude mit einer großzügigen Spende an den Verein Ausdruck verleihen. Dafür sind wir wirklich dankbar.
Und Alec hat dieses Match auch nur gewonnen, weil unsere Zuschauer ihn so gepusht haben. Nach 6:7 saugt Alec die positive Energie von der Tribüne auf. In der entscheidenden Phase nimmt er sein Herz in die Hand, nimmt die Bälle etwas früher, hat etwas mehr Länge und solche Kleinigkeiten geben am Ende den Ausschlag. 6:3 und 10:5 im MTB!
Gina auf Platz 2 im 1. Satz eiskalt, im 2. Satz geht ihr langsam die Kraft aus und die Französin erzwingt den Matchtiebreak. Was beeindruckend bei Gina ist: an ihrer Körpersprache kannst du nicht erkennen, ob sie gerade den Punkt gewonnen oder verloren hat. Innerlich sieht das natürlich anders aus, da mehr so wie bei unseren Herren 55: da siehst du schon vom Parkplatz, wer gerade den Punkt gewonnen hat. Ginas Motto ganz anders, geht ziemlich erschöpft in den MTB und denkt sich: Fake it till you make it! Sie macht irgendwie die ersten 2 Punkte mit 2 schönen Fäusten als Message an die Gegnerin und schon macht die verunsichert willkommene Fehlerchen. So holt sie das Match.
Sthefany ist es gestern nicht ganz gelungen, ihre Gegnerin Frau Bruns zum Schläger zerhacken zu bringen. Gewonnen hat Sthefany trotzdem und ist damit unsere Kandidatin für Spielerin der Saison. An 6 hat Lea Conrad aus unserer U18 Jugend ihr Debüt gefeiert und gleich mal einen Sieg im Matchtiebreak hingelegt., herzlichen Glückwunsch. Nach 3:3 aus den Einzeln verlieren wir das letzte Doppel der Saison knapp und so steht am Ende eine knappe 4:5 Niederlage.
Die Herren genießen nach dem 5:1 entspannt ihre Doppel. Wir feiern als letztes Highlight einen sehenswerten Sieg von Alec und Thando gegen die beiden Rumänen auf Platz 1. Was bleibt, ist ein 6:3 Sieg.
So sind beide TEC-Flaggschiffe nach stürmischen Zeiten sicher im Hessenliga-Hafen für 2027 gelandet. Gute Planung sagt unser Capitano auf Kreta. So einen hättest Du mal der Titanic gewünscht.
Viele Grüße
JK
